Brigitta Hochuli

 

Die Kreuzlinger Primarschulbehörde hat dem lokalen und zeitlich befristeten Projekt zugestimmt. Finanzierung und Rechtsform sind allerdings noch offen.

Die Idee für einen islamischen Religionsunterricht in der Volksschule kam von einer Kreuzlinger Arbeitsgruppe, die sich Runder Tisch der Religionen nennt. Nach langen Vorbereitungen und einem Tagblatt-Bericht vom 7. Dezember 2009 ging zur Freude der Initianten dann alles sehr schnell.

 

Auf drei Jahre befristet

Letzte Woche bewilligte die Primarschulbehörde das auf drei Jahre befristete Projekt.

«Da der Islam die drittgrösste Religionsgemeinschaft in Kreuzlingen ist, ist es sinnvoll, dass der islamische Religionsunterricht aus dem Hinterkeller hervorgeholt wird und parallel zum katholischen und protestantischen stattfinden kann», begründet Schulpräsident Jürg Schenkel den Entscheid.

 

Gemischte Finanzierung

Erteilt wird der Unterricht vom gebürtigen Mazedonier Imam Rehan Neziri von der Albanisch Islamischen Gemeinschaft Hena e Re in Kreuzlingen.

Finanziert werden die insgesamt auf 37 000 Franken budgetierten Kosten laut Auskunft des katholischen Diakons Matthias Loretan, Sprecher des Runden Tisches der Religionen, zu je einem Drittel von den Eltern der Schüler, den beiden islamischen Moscheevereinigungen in Kreuzlingen und von Spendern und Sponsoren.

 

Klassengrössen noch offen

Formal wird der Unterricht von einer Trägerschaft verantwortet werden, die noch zu bilden ist. Es könne ein Verein oder eine einfache Gesellschaft sein. Die Moscheen liessen sich dazu juristisch beraten, so Loretan.

Geplant ist zunächst, die moslemischen Eltern anzuschreiben. Mit wie vielen Klassen man nach den Sommerferien mit dem Projekt starten kann, ist laut Loretan noch offen. (ho)

Thurgauer Zeitung